Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Hilpoltsteiner Zeitung (17.Sept 1998)
Der Musiker Alex Jacobowitz verzauberte im idyllischen Mörlacher Schößchen das Publikum

Die Schönheit des Marimbaphons

Künstler brachte Zuhörern die Faszination des Schlaginstruments nahe – Klassische Stücke bearbeitet

HILPOLTSTEIN/MÖRLACH – Das Konzert war bereits seit Wochen restlos ausverkauft. Kein Wunder, hat sich doch seit einigen Jahren das kleine Mörlacher Schlößchen zum Geheimtip für Klassik-Fans gemausert. Alljährlich zur Hilpoltsteiner Kult-Tour wird das Publikum mit anspruchsvollen Konzertabenden im idyllischen Schlößchen verwöhnt. Da der kleine Saal maximal nur mit 78 Sitzplätzen bestuhlt werden kann, ist ein hautnaher Kontakt zu den Künstlern möglich.

In diesem Jahr gab eder in Israel geborene Marimba-Spieler Alex Jacobowitz eine zweistüdige Kostprobe seines Könnens. Der Kritiker das St. Gallener Tagblatts hat ihn euphorisch als „einen Leonhard Bernstein des Marimbaphons“ bezeichnet. Die Süddeutsche Zeitung schrieb, er beherrsche nicht nur sein ungewohntes Instrument, er habe es auch „faustdick hinter den Ohren“. Hilpoltsteins Kulturreferent Willi Stengl entedckte ihn vor rund zwei Jahren in München, wo Alex Jacobowitz derzeit lebt, und lud ihn spontan zur Hilpoltsteiner Kult-Tour ein.

Sein Marimbaphon ist eine Art übergroßes Xylophone auf Rollen, hüfthoch, rund drei Meter lang und 1000 Kilo schwer. Im Gegensatz zum Vibraphon hat es keine Pedale, um Töne zu verkürzen oder zu verlängern. Das Marimbaphon kommt aus dem afrikansiche- spanischen Kulturkreis und ist ein mit Resonanzkörpern – ursprünglich Kalebassen, heute Metallröhren – versehenes, klavieraturmäßig angeordnetes Holzstabspiel nach Art des Xylophons, jedoch mit größeren Stäben und weiterem Tonumfang. Der Anschlag erfolgt mit weichen Schägeln.

Die Marimba kam mit den Sklaven über Mittelamerika in die USA, wo sie nach 1910 unter der Bezeichnung Marimbaphon zum Orchesterinstrument ausgebaut wurde. Das Wort Marimba kommt aus dem Afrikanischen und heißt soviel wie „viel Lieder“ oder „Noten“.