Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Hilpoltsteiner Zeitung (17.Sept 1998)
Prophet schöner Musik


Alex Jakobowitz Foto: kx

Hilpoltstein (mes) Die Melodien sind vertraut, doch die Darbietung ist fremd. Auf völlig neue Weise bringt der aus New York stammende Percussionist Alex Jakobowitz Werke von Bach, Mozart oder Beethoven zur Geltung. Er spielt die Klassiker auf dem Marimbaphon, einer Art übergroßem Xylophon. Gut zwei Meter breit und hüfthoch ist das Instrument, aus Edelholzplatten und Metallrühren, die gemeinsam einen warmen, hellen, und zugleich mystischen Klang ergeben, wann immer Jakobowitz mit den vier Trommelschlegeln das Holz zum Schwingen bringt. Am morgigen Dienstag gastiert der „Leonard Bernstein des Marimbaphons“ um 20 Uhr im Mörlacher Schloß.

Zum Marimba-Spiel kam Alex Jakobowitz erst mit 19 Jahren. Er studierte in New York klassisches Schlagzeug für den Orchestereinsatz – und Marimba gehörte dazu. Er brauchte nicht lange, um zu erkennen, daß dieses ales Begleitinstrument unterschätzte Holz-Metall-Konstrukt das Potential eines Klaviers hat. Von da an war es um ihn geschehen. Jakobowitz: „Ich habe fanatisch geübt, mich manchmal zwölf Stunden am Stück im Keller eingesperrt.“ Es hat sich gelohnt: 1981 bekam er einen ersten Preis im internationalen Nachwuchsmusikwettbewerb von Montreal, spielte hinterher mit der „Jerusalem Symphonie“. Aber auf Dauer genügte ihm das Musizieren in der hinteren Orchesterreihe nicht.

Er arrangierte klassische Stücke für Marimba um, packte sie, schraubte Rollen unten dran und machte sich auf die Reise. Dabei zog er nicht nur von Konzertsaal zu Konzertsaal, sondern schob sein sperriges Instrument auch durch die Straßen amerikanischer und europäischer Städte. Jakobowitz sieht sich ein wenig als „Prophet, der die Leute daran erinnert, nicht die schöne Musik zu vergessen. Ich zeige ihnen, die eigene Kreativität nicht zu vernachlässigen.“