Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Badisches Tagblatt (22.Mai 1995)
Alex Jakobowitz beeindruckte die Zuhörer

Bach auf Marimba

Baden-Baden (DS) - Anläßlich der deutsch-israelischen Kulturwochen gab Alex Jakobowitz vor einem kleinen Zuhörerkreis in der Galerie Stolzenberg eine Kostprobe seines frappierenden Könnens. Der Musiker, in den USA geboren, heute in Jerusalem lebend, spielt auf der Marimba Musik des Barocks und der Klassik.

"Was auf dem Cembalo zu spielen ist, kann auch auf der Marimba gespielt werden", sagt er. Allerdings hat er eine eigene Technik entwickelt, er spielt mit vier Schlegeln, mit zwei Schlegeln pro Hand. Dies erlaubt ihm, Klavier- oder Cembaloliteratur möglichst textgetreu und virtuos auf die Marimba zu übertragen.

War die Begegnung mit diesem ungewöhnlichen Musiker schon ein Erlebnis, so bekam der Abend seine charmante Note durch den lockeren, fast familiären Plauderton, mit dem Alex Jakobowitz die Kompositionen vorstellte und nebenbei noch Interessantes über die jüdische Kultur, die Besonderheiten des Instruments und seine musikalischen "Lieblinge" verriet. Danach wunderte man sich nicht mehr, warum er Bach so verehrt: In Bachs Zahlenmystik fand er viel Verwandtes zur jüdischen Zahlenmystik.

Wie gut sich die Marimba für die Interpretation von Barockmusik eignet, bewies er mit mehreren Kompositionen von Bach, bei denen entweder die Fassung für Laute oder Violine oder Cembalo zugrunde lag. Auch die Scarlatti-Sonaten für Cembalo machten einen überzeugenden Eindruck. Selbst Beethoven (Menuett aus der Sonate op. 49) und Mozart (Anfang und türkischer Marsch aus der A-Dur-Sonate) lassen sich mit seiner virtuosen Technik eindrucksvoll interpretieren. Auffallend war dabei die sensible Form des Ausdrucks. Spanische Kompositionen hat er im Repertoire und selbstverständlich auch Musik seiner Heimat Israel.