Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
Press    English  |  German  |  Hebrew  |  Hungarian  |  Japanese |  Polish  |   Portugese
Abendzeitung München (7.Mai 1998)
Kein Herz für Stadtmusikanten

Die Münchner Straßenkünstler fühlen sich drangsaliert




VON STEPHANIE SCHÖNEBERGER

Ivan Hajek (36) und Alex Jacobowitz (37) fühlen sich von der Stadt München schlecht behandelt. Denn die läßt die beiden Straßenmusiker nicht so spielen, wie sie wollen. Straßenmusiker dürfen auf Münchens Straßen nämlich nur einmal pro Woche auftreten – allerdings nur, wenn sie dabei keine CDs verkaufen. Damit bestretien die Musikanten aber ihren Lebensunterhalt.

„Wir werden behandelt wie Verbrecher", beklagen sich beide. In keiner anderen Stadt würden Strraßenmusikanten so drangsaliert. Nur hier dürfe man ausschließlcih einmal pro Woche auftreten, nur hier müsse man jded Strunde seinen Standort wchseln, und nur hier würde so streng gegen den Verkauf von CDs vorgegangen. „Dabei habe ich eine Reisegewerbekarte. Aber die gilt hier nicht“, ärgert sich Jacobowitz, der an New Yorker Musikhochschulen studiert hat und Xylophon spielt.

In München dürfen nur Obst, Gemüse, Blumen und Lose der Staatlichen Lotterie auf der Straße verkauft werden. „Es gibt einen Korb von Waren, die erlaubt sind. Musikalien sind nicht dabei“, sagt Walter Sinseder vom zuständigen Baureferat. Für den Prager Ivan Hajek, der im letzten November mit seinem Akkordeon im Cirkus Krone spielte und Jacobowitz ist das unverständlich. „Es ist doch viel besser, wenn man die CD vom Künstler selbst kaufen kann“.

Vor sieben Jahren hat sich der New Yorker die Straßen der Welt zu seiner Bühne gemacht, um den Zuhörern seine Musik näherzubringen. Ivan Hajek macht das schon seit 15 Jahren. München hat für beide an Charme verloren. „Eine Weltstadt mit Herz?“ fragt der Prager. „Davon kann München nur träumen.“