Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Dresdner Neueste Nachrichten (4. Nov 2000)
Straßenmusiker mit Gottvertrauen

Der fromme Jude Alex Jacobowitz spielt im Studiotheater Klassisches auf der Marimba


Alex Jacobowitz

"Es geht mir nicht nur um den schönen Klang, sondern auch um die religiöse Wahrheit", erklärte der Straßenmusiker Alex Jacobowitz einmal in einem Interview. Eine recht ungewöhnliche Aussage für einen Strßenmusiker, aber der aus New York stammende Xylophonist Jacobowitz spielt Musik nicht nur um des Mammons willen, sondern auch, "weil Musik die göttliche Wahrheit besser ausdrücken kann als Sprache".

Auch sonst geht Alex Jacobowitz, strenggläubiger Jude, der 1989 mit seiner vielköpfigen Familie nach Israel zog, lieber eigene Wege. Da es ihm nicht genügte, als Schlagzeuger am Sinfonieorchester in Jurusalem auf die Triangel einzuschlagen, schlägt er sich nun als Straßenmusiker durchs Leben und dabei auf die Marimba ein -- mit großen Erfolg übrigens. Das St. Galler Tagblatt bezeichnete ihn einmal als "Leonard Bernstein des Marimbaphon". Seine vier Schlegel sollen so flink und präzise über die Klanghälzer wirbeln, dass die "Marimba differenziert klingt wie ein Piano, füllig wie eine Orgel oder sanft wie eine Harfe".

Ob in Wien, Tokio oder Amsterdam, Jacobowitz, der sich auf die Tradition des Klezmer beruft, spielt allerlei Stücke der Klassik und erzählt Geschichten von Gott und er Welt -- er hat sogar ein Buch mit dem Titel "Ein klassicher Klezmer. Reisegeschichten eines jüdischen Musikers" geschrieben. Nur während des Sabbats lässt der gottesfürchtige Virtuose, der als Zeichen seiner Strenggläubigkiet einen Hut und lange Schläfenlocken trägt und in seienm Wohnwagen koschere Lebensmittel mitführ, die Arbeit ruhen. Die orthodoxe Lebensweise schließt aber nicht aus, dass er das Handy benutzt und sich im Internet über Aktienkurse und das Wetter informiert. Regnet es an einem Ort, fährt er eben anderswo hin - Gott ist bekanntlich überall und es ist schließlich egal, wo Jacobowitz mit seiner Musik dazu beiträgt, dass sich die Menschen für das Schöne im Leben öffnen.

Bei seinem Konzert am kommenden Montag, 19.30 Uhr im Studiotheater des Kulturpalastes spielt Alex Jacobowitz u.a. Beethovens sonate in G-Dur, Mozarts Fantasie in d-Moll und Isaac Albeniz´"Leyenda".

C. Ruf Foto: Archiv