Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Leipziger Volkszeitung (8. Mai 2002)


Auf der Karriere-Leiter noch weiter oben steht aber wohl der "Straßenmusiker mit Konzertqualität", wie auf dem Werbeplakat neben seinem Xylofon zu lesen steht. Der Marimba-Mann alias Alex Jacobowitz, Ex-Mitglied des Jerusalem Symphony Orchestra, hat einen Plattenvertrag, Presse-Referenzen, gedruckte Klezmer-Memoiren. Und eine vision. Den großen Thomas-kantor: Der treibt ihn jedes Jahr mit seinem Wohnmobil zum Festival in die Stadt. "Ich möchte, dass die Leute ganz nah an mein Instrument heran kommen, ihn nicht nur hören, sondern auch die Vibration seiner Musik am ganzen Körper spüren." Aha. Es gibt sie also doch, die Nahtstelle zwischen Bachfest und Straßenkunst in Gestalt dieses Branchen-Exoten.

Und sein Bach für die Straße samt musikalischem Volkshochschulteil, verbrämt mit Showeinlagen, kommt an. "Schalten Sie jetzt bitte ihr Handy aus. Es klingt einfach besser ohne D2-Begleitung", ruft der amerikanische Jude den Leuten über seine flink geklöppelte Chaconne zu. Da dauert es nicht lange und vom Marimba-Mann ist in der immer größer werdenden Menschentraube nur noch sein Käppi zu sehen und, wenn in den zur Kasse umfunktionierten Blumenübertopf wieder ein Obolus fällt, zu hören: "Johann Sebastian und ich bedanken uns!"

Hanna Jacobi