Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Augsburger Allgemeine 14. Dez 2006

Auf dem Xylophone zaubert Alex Jacobowitz klassische und jiddische Musikstücke. Bild: Wagner

Jüdische Klangwelten

Alex Jacobowitz gibt ein Chanukka-Konzert in der Synagoge

(loi). Er ist einer der wenigen professionellen Xylophonsolisten der Welt. Alex Jacobowitz interpretiert im satten Holzton nicht nur die klassische Musik, er hat auch die jüdischen Klänge für sich entdeckt. Zum Chanukka-Fest wird er am Samstag (20 Uhr) in der Synagoge als Festkonzert von Kultusgemeinde und Kulturmuseum beides darbieten.

Die Augsburger kennen den Musiker seit den frühen 90er Jahren aus der Fußgängerzone. Auf seinem drei Meter langen Xylophon zaubert Alex Jacobowitz einen unverwechselbaren Sound mit Musikstücken, die dank seiner Fingerfertigkeit mit vier Schlegeln zum Erlebnis werden. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat ihn die Jüdische Gemeinde seit fünf Jahren in ihre kultischen Feiern als Vorbeter einbezogen. Jacobowitz, 1960 in New York als Sohn osteuropäischer Juden geboren, lebt in religiöser Tradition, trägt Käppi, Bart und Schläfenlocken.

Die traditionelle jiddische Musik und ihre Glaubenswelt lernte er erst spät kennen. "Ich habe zu Hause jiddisch gehört, aber wir Kinder durften es nicht sprechen", erzählt er. Die Kultur der Schtetljuden galt als überwunden. Als alex Jacobowitz beim Jerusalem Symphony Orchestra angestellt war, entdeckte er in Israel seine musikalische Form in der Tradition der Klezmorim. Sie sei "mehr als Volksmusik", "in ihr steckt ein unglaublicher Reichtum", beteuert er. Trotz vieler Halbtonschritte klingt sie nicht unbedingt Moll-traurig.