Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer Alex Jacobowitz: Der klassischer Klezmer
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Donau-Zeitung, Peterswörth, 9. April 2008
Mit Musik konfessionelle Grenzen überwunden

Xylofon Alex Jacobowitz begeistert Zuhörer im Peterswörther Bürgersaal, der seit fünf Jahren besteht



Peterswörth | pm | München, Peterswörth, Weimar - dies waren die letzten Stationen bei den Konzertauftritten des Xylofonisten Alex Jacobowitz und in der Mitte lag der Gundelfinger Stadtteil, in dem Walter Kaminski, Vorsitzender des Peterswörther Sprachrohr e. V., den wahrscheinlich weltbesten Musiker an seinem Instrument begrüßen konnte. Musikalität und eine hinter der Musik stehende Persönlichkeit ließ Alex Jacobowitz in Klang und Wort lebendig werden.

Feinfühligkeit gerade bei den leisen Tönen

Bereits bei seinen Interpretationen einiger Werke von Johann Sebastian Bach war es ein Ohrenschaus, die Feinfühligkeit gerade bei den leisen Tönen zu hören, die die Liebe zur Musik Bachs und Jacobowitz Instrument hautnah erleben ließ. Bei einem der kekanntesten Stücke von Bach, "Jesus bleibt meine Freude", konnte man förmlich bis, nachdem der letzte Ton verklungen war, erkennen, dass Jacobowitz sein Publikum mitgenommen hatte in eine kleine Musikreise. Wahrlich in einen Konzertsaal versetzt fühlten sich die Besucher bei den Kompositionen von Ludwig van Beethoven, die Jacobowitz mit seiner virtuosen Technik an seiner Marimba sowohl sichtbar wie hörbar im Bürgersaal erklingen ließ.

Die besondere Wirkung der künstlerischen Persönlichkeit Jacobowitz ist, dies wurde am abend in Peterswörth deutlich, nicht nur seine außergewöhnliche musikalische Fähigkeit, sondern auch seine ruhigen und einführenden Erklärungen zwischen den Stücken.

So war es kein Wunder, dass der "Türkischer Marsch" von Wolfgang Amadeus Mozart, bei dem die Vielfalt des Xylofons seine volle Prachtfülle zeigen konnte, begeisterten Beifall brachte.

Dass Geschichte und Kampf der Religionen Jacobowitz bewegt, zeigte er nicht nur bei der Einführung zur Komposition von Franciso Tàrreg "Recuerdes de la Alhambra", der in Tönen und Klängen die Empfindungen unterschiedlicher Glaubensrichtungen glänzend umsetzte, sondern auch mit welcher vollen Hingabe der Künstler dieses Werk seinem Publikum in Peterswörth präsentierte.

Die Schlegel flogen über die Marimba

Die spanische Musik hat einen hohen Stellenwert bei Jacobowitz und so war es selbstverständlich, dass er seine Schlegel über die Marimba förmlich fliegen ließ, um auch die Klangvielfalt zu zeigen. Aber nicht in einer übertriebenen Show, sondern in der Leichtigkeit, die diese Musik braucht und sie damit überzeugend zur Geltung bringt. Und das Ende des Konzertes konnte bei dem im traditionellen Judentum beheimateten Jacobowitz nichts anderes sein, als die Klänge seiner jüdischen und die Seele berührenden Klezmermusik. Er baute mit seinen überleitenden Worten zu dieser Musik eine Brücke, die konfessionelle Grenzen überwinden kann. Und so schloss sich ein eindrucksvolles Konzert zum fünften Jubiläum des Peterswörther Bürgersaals. Für Walter Kaminski blieb nach mehreren Zugaben nur der Dank an einen beeindruckenden Musiker und Menschen Alex Jacobowitz.